Warum ich die letzten Wochen nicht im Bundestag war und an keiner Veranstaltung teilgenommen habe.
Ich habe in den letzten Wochen und Monaten erfahren, was mir wichtiger ist als mein politisches Engagement, welches mein Leben dominiert hat. Es ist meine Familie, was ich leider auf schmerzhafte Weise erfahren musste.
Ich war sehr glücklich, als ich im Frühsommer erfuhr, dass meine Frau mit Zwillingen schwanger war. Unser Kinderwunsch sollte sich erfüllen. Doch von Beginn an war die Schwangerschaft problematisch und meine Frau musste meistens Bettruhe einhalten. Ab September lag sie dann nur noch im Krankenhaus, dennoch hofften wir, dass noch alles gut gehen würde. Anfang November ging dann alles sehr schnell und die Kinder mussten in einer Notoperation viel zu früh zur Welt gebracht werden.
Nur drei Stunden nach der Geburt starb leider unser Sohn Liam. Die Ärzte kämpften, konnten sein Leben aber nicht retten. Es tröstet uns ein wenig, dass er in unseren Armen sterben durfte, dennoch wissen wir manchmal nicht wohin mit unserem Schmerz. Er war so klein und unschuldig und hatte nur ein so kurzes Leben. Auch unsere Tochter Kaya ging es bei der Geburt sehr schlecht, aber die kleine Kämpferin hat sich bisher tapfer geschlagen. Sie wog bei der Geburt nur 640 Gramm und konnte ihr Gewicht nach vier Wochen auf 760 Gramm steigern und die größten Beeinträchtigungen sind durch eine schwere Hirnblutung zu erwarten. Kaya ist völlig abhängig von der ärztlichen Fürsorge und den medizinischen Möglichkeiten der Intensivstation. Dies wird auch noch für längere Zeit so bleiben.
Seitdem bestimmt Kaya unseren Tagesablauf und unsere Gefühlswelt. Wir besuchen sie mehrmals am Tag und versuchen ihr zumindest einen Hauch von Geborgenheit zu geben. Ich bin gar nicht in der Lage, mir viele Gedanken über andere Dinge zu machen. Ich möchte jetzt in erster Linie für meine Tochter und meine Frau da sein und meine ganze Kraft für meine Familie aufbringen. Dies ist der Grund, warum ich dem Bundestag und auch anderen Veranstaltungen in den letzten Wochen ferngeblieben bin. Somit konnte ich auch bei vielen Abstimmungen im Bundestag nicht anwesend sein. Dies ist alles mit dem Bundestagspräsidenten, der SPD-Bundestagsfraktionsführung und meiner Partei abgesprochen. Ich möchte mich an dieser Stelle auch für ihr Verständnis bedanken. Den größten Dank schulde ich aber meiner Frau und meiner Familie, einigen Freunden, die mir Halt geben und den vielen Schwestern, Ärztinnen und Ärzten, die sich um unsere Tochter kümmern.
Ich habe begonnen, einen Teil meiner Arbeit wieder aufzunehmen. Mit der guten Unterstützung meines Büroteams können wir so die meisten politischen Pflichten erfüllen. Ich finde langsam wieder die Kraft, auch solche Texte, wie diesen hier, überhaupt schreiben zu können. Die Anwesenheit im Bundestag oder bei anderen Veranstaltungen wird aber auch in den nächsten Wochen weiterhin nicht möglich sein. Ich bitte dafür auch alle Bürgerinnen und Bürger um Verständnis.
Mir ist klar geworden, wie wichtig die Familie ist und dass ich genau dort momentan am meisten gebraucht werde. Politisches Engagement ist notwendig und wird weiterhin ein Teil meines Lebens bleiben. Aber manches in der Politik wurde von mir und den meisten Akteuren für zu wichtig gehalten. Vor allem der einzelne Politiker ist ersetzbar. Vielleicht kann ich erst jetzt die Verhältnismäßigkeiten und Gewichtungen innerhalb der Politik und zwischen Familie und politischer Funktion besser einschätzen.
Ich wünsche allen, nicht nur in der Adventszeit, Gesundheit und mehr Zeit für sich und die Familie.

Hey Marco,
Ich wünsche euch dreien alles Beste. Möge es schnell bergauf gehen!
das tut mir echt unendlich leid für euch Beide
Beste Grüße,
David
Vorbei ist nur ein dummes Wort.
Ihrer Familie und Ihnen alles Gute in dieser Zeit.
Glückauf!
Tobi
Hey Marco
alles Liebe und Gute für Euch drei. Ihr schafft das ganz sicher.
Liebe Grüsse
Angelika
Hallo Familie Bülow,
mir fehlen die Worte….wünsche Ihnen alles alles Gute!
Glück auf
Jörg
Das ist sehr sehr traurig,
ich wünsche euch Dreien alles Gute für die Zukunft
Tommy
Das tut mir sehr leid für Sie und ihre Familie. Ich wünsche Ihnen viel Kraft für die schwere Zeit und alles gute. Ihr Entscheidung ist absolut richtig und menschlich.
[...] Wichtiger als Politik (Marco Bülow) – Bei einem solchen Schicksalsschlag wird alles andere unwichtig. Siehe auch: Ruhr [...]
Sehr geehrter Herr Bülow,
Respekt für so einen Schritt und dafür, dass sie damit so offen umgehen!
Ihnen und ihrer Familie alles gute.
Sehr geehrter Herr Bülow,
Respekt für so einen Schritt und dafür, dass sie damit so offen umgehen!
Auch wir bekamen vor Jahren ein Frühchen und können uns gut in Sie hineinfühlen.
Ihnen und ihrer Familie alles Gute.
Lieber Herr Bülow,
wir wünschen ihnen und ihrer Familie viel Kraft, Mut und Stärke in dieser schweren Zeit. Wir werden beten, dass Gott ihre kleine Familie nun gut behütet und ihr Weg nun leichter wird.
Seien Sie herzlichst gegrüßt,
Susanne und Gerald Kutz mit Benedikt und Mareile
Guten Abend Herr Bülow,
Wir mussten Anfang diesen Jahres eine ähnliche Situation durchleben, als wir Anfang des 5. Monats unsere erste Tochter verloren haben. Ich hätte vorher nie Gedacht, dass mich als Mann eine solche Situation so mitnimmt. Für Ihre Entscheidung sich nun ganz der Familie zu widmen, habe ich vollstes Verständnis. Es ist die einzig richtige – und in meinen Augen mögliche – Entscheidung.
Uns hat der offene Umgang mit der Situation sehr geholfen, v.a. viele und lange Gespräche, nicht nur mit Freunden. Erst dadurch wurde uns ersichtlich, wie häufig solche und ähnliche Schicksale sind. Das macht die Situation zwar nicht ungeschehen, aber erträglicher – falls man das überhaupt so sagen kann.
Ich finde es sehr gut, dass Sie über Ihre Lage und Ihren Schmerz öffentlich hier in Ihrem Blog schreiben – großen Respekt. Es ist zwar ein sehr schmerzliches Thema, aber eines das in der Öffentlichkeit ein Schattendasein führt.
Wir wünschen Ihnen, ihrer Frau und Ihrer Kaya für die kommende Zeit die nötige Kraft, Hoffnung und die richtigen Personen an Ihrer Seite. Liam ist zwar nicht mehr dort wo er war, aber er ist überall wo Sie sind!
Kai Werner
Liebe Familie Bülow,
als Papa von Zwillingen, die acht Wochen zu früh mit einer Not-OP auf die Welt kamen und um die wir lange bangten, fühle ich mit Ihnen.
Bei uns hat sich zum Glück letztendlich alles zum Guten gewendet und ich hoffe und bete von ganzem Herzen, dass ihre Tochter sich weiter wacker schlägt, und dass Sie alle die Kraft haben, gemeinsam diese große Herausforderung durchzustehen.
Ich wünsche Ihnen eine Advents- und Weihnachtszeit, die von guten Nachrichten für Ihre Familie geprägt ist.
Alwin Theobald
Vielen Dank für die vielen netten und mitfühlenden Worte. Liebe Worte helfen, vor allem weil es auch anderer Stelle böse und menschenverachtende Kommentare dazu gibt.
Ich wünsche allen -vor allem denjenigen, die ähnliches erlebt haben – alles Gute und viel Kraft
Liebe Grüße
Marco Bülow
Sehr geehrter Herr Bülow!
Als ich Sie vor kurzem zufällig auf der Strasse sah, habe ich mich sehr erschrocken, da ich fand, dass Sie sehr “schlecht” aussahen. Nun weiß ich, warum.Es tut mir sehr leid für Sie und Ihre Frau, ich hoffe, dass Sie beide stark genug sind, diese schwere Zeit gemeinsam zu bewältigen.Ich finde es absolut richtig und sehr beruhigend, dass Sie sagen, dass Ihre Familie an erster Stelle steht. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und nehmen Sie sich soviel Zeit, wie Sie meinen zu brauchen, auch wenn manch einer meint”so, jetzt könnte er aber wieder!”Wir , die diese Erfahrung glücklicherweise nicht gemacht haben, können da wohl nicht mitreden und müssen Ihren Schmerz nicht nur akzeptieren sondern bitte auch Verständnis aufbringen.Ihnen, Ihrer Frau und Ihrer kleinen Tochter wünsche ich nur das Beste! Mit freundlichen Grüßen, Karen Arndt
Ich wünsche Euch ganz viel Kraft.
Die Nachricht hatte mich erschüttert, wohl wissend, dass es uns bei unserer zweiten Tochter so ähnlich hätte ergehen können, weil die Hebamme es versäumt hatte, die Lage der Kleinen zu kontrollieren und ggf. zu korrigieren, so dass sie mit der Stirn voraus im Geburtskanal feststeckte und alles andere als ein Herauszerren über die Glocke (die Zange hatten wir panisch abgewehrt) unmöglich geworden war, ohne schwerste Beeinträchtigungen der Kleinen in Kauf zu nehmen. Zum Glück ist es bei uns noch einmal gut gegangen, und die kleine Lina hat sich prächtig entwickelt.
Obgleich ich spüre, dass eigentlich jedes Wort nur falsch sein kann, möchte ich Euch mein tiefstes Mitgefühl versichern.
Alles alles Gute
Frank
Irgendwann wird alles gut.
Ich fühle mit Ihnen und Ihrer Familie.
Irgendwann wird alles gut. Das ist das Versprechen des Lebens.
Ich fühle mit Ihnen und Ihrer Familie. Viel Glück!
Hallo Marco !
Schade das es Menschen gibt die kein Herz haben ! Ich hoffe Kaya schafft es , aber wie es scheint ist sie ja eine Kämpferin ! Ich denke oft an euch und drück die Daumen das alles gut wird !
Schöne Namen habt ihr euch ausgesucht
Lg aus Berlin von Anne