Fakten Kompakt

Kompakte Informationen zu wichtigen Themen

 

Der Anteil der Erneuerbaren Energien nimmt kontinuierlich zu. Bereits 2011 stammen in Deutschland etwa 20% des erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energien. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien und der damit verbundene Rückgang fossiler und atomarer Energie aus konventionellen Kraftwerken bringt weitreichende Aufgaben mit sich. Es müssen Möglichkeiten geschaffen werden, Überschüsse aus der erneuerbaren Energieerzeugung zu speichern, um Schwankungen auszugleichen und die dauerhafte Energieversorgung zu gewährleisten.

Hier habe ich einige Fakten zu dem Thema aufgelistet und beschrieben welche Möglichkeiten der Speicherung es bereits gibt.

Welche Technologien stehen bisher für Energiespeicherung zur Verfügung?

-       Für kurz- und mittelfristige Speicherungen sind Technologien wie Pumspeicherkraftwerke oder Druckluftspeicher geeignet.

-       Der Ausgleich von Langzeitfluktuationen stellt eine Herausforderung dar.

  • Pumpspeicherkraftwerke und Co. sind bei einer langfristigen Speicherung nicht wirtschaftlich genug
  • Ein Ausgleich über das europäische Stromverbundnetz ist zwar theoretisch möglich, benötigt aber ebenfalls Speicher und ist mit hohen Kosten und extrem großen Transportkapazitäten verbunden.

-       Volkswirtschaftlich die beste Lösung ist eine Kombination vom Ausbau der Transportkapazitäten und einem regionalen Ausgleich durch Speicher.

-       Bisher sind nur zwei Arten des Langzeitspeichers in der breiten Diskussion:

  • Große Pumpspeicherkapazitäten in Skandinavien, wobei hier sowohl politische als auch technische Fragen der Umsetzung bisher weitgehend ungeklärt sind.
  • Herstellung und Speicherung von Wasserstoff, wobei für diese Art der Speicherung noch keinerlei Infrastruktur vorhanden ist. Die aus der Schaffung nötiger Strukturen entstehenden Kosten sind ebenso wie die generelle technische Umsetzbarkeit fraglich.

-       „Erneuerbares Methan“ (auch Windgas genannt) könnte eine Alternative zu den bisher diskutierten Speichertechnologien darstellen.

Was ist „erneuerbares Methan“ und wie kann es eingesetzt werden?

-       Das EE-Methan Konzept basiert auf einer Kopplung des Stromnetzes mit dem Erdgasnetz.

  • Regenerativer Strom spaltet Wasser über eine Elektrolyse in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff.
  • Der Wasserstoff wird mit Co2  zu Methan konvertiert.
  • Das entstandene EE-Methan kann gespeichert, transportiert und je nach Bedarf in Dampf- oder Dampf- und Druck-Kraftwerken eingesetzt werden.

-       Erfolgt die Rückkopplung dezentral, kann der Nutzungsgrad durch Kraft-Wärme-Kopplung weiter erhöht werden.

-       EE-Methan kann ebenfalls im Wärme- und Transportsektor eingesetzt werden. Als Treibstoff konventioneller PKWs und zur Erhöhung der Reichweite von Elektrofahrzeugen.

-       Aus Wasserstoff und CO2  lassen sich neben Methan noch weitere Kraftstoffe herstellen, z.B Kerosin für Flug-, Schiff- und Güterverkehr.

-       Steht das CO2  zur Verfügung, können etwa 60% des erneuerbaren Stroms als EE-Methan im Erdgasnetz gespeichert werden.

-       Die Speichereffizienz für Strom liegt je nach angewendetem Verfahren bei 28 bis 45%.

Vorteile des EE-Methan gegenüber „konventionellen Speichermedien“

-       Im Gegensatz zum Wasserstoffkonzept kann bei erneuerbarem Methan die vorhandene Erdgas-Infrastruktur genutzt werden. Technologien für Erdgas sind  Stand auf dem der Technik und kommerziell verfügbar.

-       Das Erdgasnetz ist bereits heute der größte vorhandene Energiespeicher in Deutschland.

-       Methan hat eine dreifach höhere Energiedichte und verbraucht somit dreimal weniger Platz als Wasserstoff.

-       Das für die Methan-Herstellung benötigte CO2 kann entweder aus der Luft oder direkt von den CO2-Quellen industrieller Prozesse abgegriffen werden, bevor es an die Luft gelangt.

-      CO2  lässt sich durch Abtrennung bei der Verbrennung von EE-Methan in Gaskraftwerken teilweise recyceln.

Grundlagen des Honigmann-Prozesses

-       Der Prozess basiert auf der Tatsache, dass verschiedene Flüssigkeiten bei unterschiedlichen Temperaturen und Drücken verdampfen.

-       In einem ersten Schritt wird einer konzentrierten Lösung erlaubt Wärme an einen Wassertank abzugeben, wodurch das Wasser im Wassertank verdampft.

-       In einer Expansionsmaschine kann aufgrund des entstehenden Dampfdruckunterschieds mechanische Arbeit produziert werden – Diese Arbeit stellt den Nutzen des Prozesses dar.

-       Der Dampf wird in die konzentrierte Lösung geleitet. Die durch die Aufnahme entstehende Wärme verdampft wiederum mehr Wasser im Tank.

-       Im Verlauf des Prozesses wird die Lösung immer weiter verdünnt, was zur Folge hat, dass sie weniger Arbeit leisten kann. Die Lösung muss also in gewissen Zyklen wieder aufkonzentriert werden.

Welche Vorteile birgt der Honigmann-Prozess?

-       Der Prozess ist sehr flexibel. Ist der Speicher einmal beladen (die Lösung liegt in konzentrierter Form vor), können neben der reinen Speicherung prinzipiell drei verschiedene Energieformen zur Verfügung gestellt werden: Arbeit, Wärme, Kälte.

-       Die Bereitstellung der verschiedenen Energieformen kann zu jedem Zeitpunkt in beliebiger Form erfolgen.

Das Intelligente Brennstoffzelle-Direktspeicher-Hybridsystem

-       Brennstoffzelle und Direktspeicher werden in einem System gebündelt. Ziel des Hybridsystemverbunds ist die Kombination der Vorteile aus den einzelnen Speichertechnologien.

-       Der Direktspeicher dient primär der Abfederung dynamischer Erzeuger- und Verbraucherschwankungen in einem Zeitbereich von Sekunden bis Stunden.

  • Die wichtigste Option für Direktspeicher sind Lithium-Ionen Batterien. Neben Batterien können aber auch elektrochemische Doppel-Kondensatoren (Supercaps) einen Anteil an Direktspeichern bildet.

-       Im Vergleich zur zentralen Energieversorgung haben dezentrale Kraft-Wärme-Kopplung-Anlagen einen deutlich höheren elektrischen Wirkungsgrad und eine bessere Brennstoffausbeute.

-      Der Wirkungsgrad konventioneller Anlagen liegt bei 30 bis 50%, der von KWK-Anlagen bei um die 80%.

-      Verluste durch lange Transportwege werden vermieden.

 

Vielen ist die Bedeutung des Themas Lebensmittelverschwendung nicht bewusst, da wichtige Fakten in der öffentlichen Diskussion selten bis gar nicht auftauchen.

Während die Menschen in Deutschland, Europa und der westlichen Welt eine Mentalität der Verschwendung leben, sterben die Menschen in anderen Teilen der Welt an Unterernährung.

Lebensmittelverschwendung – ökologisch und ökonomisch

  • Die Hälfte der weltweit erzeugten Lebensmittel landet auf dem Müll – ein Großteil wäre noch genießbar.
  • Jeder Deutsche schmeißt jährlich durchschnittlich 95kg Lebensmittel weg – Produkte im Wert von etwa 400€, das entspricht in Deutschland einem Wert von 20 Milliarden €.
  • Die weggeschmissene Lebensmittel Europas würden reichen um alle Hungernden der Welt 2x zu ernähren.

Ursachen für die Verschwendung von Lebensmitteln

  • Die Wertschätzung für Lebensmittel ist gesunken, auch weil die die Erfahrung der Lebensmittelknappheit der Nachkriegsjahre verblasst ist.
  • Viele Menschen habe verlernt bzw. nie gelernt sich aus Resten eine neue Mahlzeit zu bereiten.
  • Lebensmittel sind Massenware
    • Es gibt ein Überangebot und Discounter unterbieten sich gegenseitig in Preisen
    • Gaben die deutschen in den 60er Jahren noch durchschnittlich 40% ihres Einkommens für Ernährung aus, sind es heute nur 10% (In Frankreich etwa 30%).
    • Milch kostet mittlerweile weniger als so manches Markenwasser
  • Der Verbraucher möchte perfekte Produkt haben (ist ein Blatt faulig wird der ganze Kopfsalat entsorgt, Äpfel mit Druckstellen bleiben um Regal liegen, weil sie nicht gekauft werden).
  • Mindesthaltbarkeitsdaten werden von der Industrie künstlich kurz bemessen. Lediglich Fleisch-, Fisch- und Eierprodukten haben ein Haltbarkeitsdatum im klassischen Sinne, bei den übrigen Produkten werden lediglich gewisse Produkteigenschaften (z.B. Cremigkeit eines Jogurts) zeitlich begrenzt.

Entsorgung von Nahrung bedeutet Verschwendung von natürlichen Ressourcen

  • 1/3 der emittierten Klimagase werden in der Landwirtschaft produziert. Da etwa die Hälfte der landwirtschaftlichen Erzeugnisse weggeschmissen werden, werden etwa 15-20% der Klimagase bei der Herstellung von Lebensmittel-Müll erzeugt.
  • 1/4  des weltweiten Wasserverbrauchs wird für die Produktion von Lebensmitteln verwendet, die anschließend weggeschmissen werden.

Ressourcenverschwendung – Vom Produzenten zum Endverbraucher

  • Jeder zweite Kopfsalat und jedes fünfte Brot wird weggeworfen. Alleine beim Brot entspricht das 500.000 Tonnen Verschwendung in Deutschland.
  • Die meisten Lebensmittel werden aussortiert bevor sie den Endverbraucher erreichen – das System der Verschwendung fängt bereits auf den Ackern an und zieht sich durch die Gesamte Lieferkette.
  • Prozentuale Verluste im Laufe der Produktionskette:
    • Milchprodukte 12,7% ‌
    • Obst u. Gemüse 56%
    • Fleisch 23,8%
    • Getreide 43,5%
  • Ein Großteil der Landwirtschaftlichen Produkte wird bereits auf dem Acker aus optischen Gründen zurückgelassen (der Ausschuss bei Kartoffeln liegt alleine auf dem Acker bei 40-50%).

Wie kann man der Verschwendung entgegenwirken und welche Perspektiven gibt es?

  • Wird viel auf Vorrat gekauft, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass am Ende ein Teil auf dem Müll landet. Einkäufe sollten individueller an den aktuellen Bedarf angepasst werden.
  • Supermärkte sollten ihr Angebot gegen Abend und zum Wochenende hin ausdünnen, um weniger frische Waren am ende des Tages/der Woche wegschmeißen zu müssen.
  • Nähert sich ein Produkt dem Mindesthaltbarkeitsdatum, sollte durch eine Reduzierung ein weiterer Kaufanreiz geschafft werden.
  • Für Händler darf es nicht günstiger sein Lebensmittel wegzuwerfen statt diese reduziert zu verkaufen. Eine Halbierung des Lebensmittelmülls wäre möglich.
 

Zusammenfassung des Kurzgutachtens

„Darf der Strompreis durch die Stilllegung von AKW’s in 2011 und 2012 steigen?“; Gunnar Harms; Leverkusen 2011

Wesentliche Ergebnisse des Gutachtens:

  • In 2011 dürfte es zu keinen Strompreiserhöhungen kommen, die mit gestiegenen Beschaffungskosten begründet werden. Die Preise sind zwar leicht gestiegen, jedoch ist der größte Teil des Einkaufs der Energieversorgungsunternehmen (EVU) zu Beginn des Jahres bereits abgeschlossen worden.
  • In der Gesamtansicht werden preiserhöhende Faktoren durch preissenkende Einflüsse nahezu exakt kompensiert, so dass weder in 2011 noch in 2012 Strompreiserhöhungen gerechtfertigt wären.
  • Der nachhaltige Preiseffekt durch das Moratorium + dauerhafte Abschaltung der ältesten AKW beträgt ca. 0,32 Cent/kWh ab 2012. Das sind im Schnitt weniger als 1 Euro pro Monat für jeden Haushalt.
  • Diesen Preissteigerungen stehen aber Kostensenkungen in gleicher Höhe gegenüber. Diese resultieren aus der aufgrund der zu hohen Ausbauprognose der Erneuerbaren Energien (EE) in 2011 von den Kunden zu viel gezahlten Umlage für den Ausbau der Erneuerbaren Energien (EEG-Umlage). Die EEG-Umlage ist aus heutiger Sicht ca. 0,3 Cent/kWh zu hoch.
  • Am Strom-Spotmarkt[1] hat sich bislang keine Veränderung gezeigt. Weder ein Preisanstieg noch eine Stromlücke ist entstanden. Das zeigt auch, dass die entfallenen Atomkraftkapazitäten kurzfristig ersetzt werden konnten.
  • Die zunehmende Solareinspeisung führt tagsüber zu einem nachhaltigen Rückgang des Preises für Spitzenlaststrom. Dadurch ergibt sich ein Preissenkungseffekt von derzeit ca. 0,13 Cent/kWh.
  • Entscheidender als ein Atomausstieg ist laut Gutachten die Bildung von transparenten und fairen Preisbildungsmechanismen an den Energiemärkten.

Großhandelspreisentwicklung (Beschaffungskosten)[2]

Terminmarkt

  • Das Gutachten stellt fest, dass sich am Terminmarkt der EEX seit Ende Mai 2011 ein Preisanstieg von 6 €/MWh oder 0,6 Cent/kWh ergeben hat, der auf das Moratorium und die Stilllegung der ersten AKW zurückzuführen ist.
  • In ähnlicher Höhe sind die Preise des Frontmonats, -quartals und –jahres gestiegen.[3]
  • Dies hat jedoch auf die Preise in 2011 keine Auswirkungen, da die EVUs ihre Strommengen für die Haushalts- und Kleinkunden bereits um Jahre im Voraus auf Termin beschaffen.
  • Das Gutachten prognostiziert einen Anstieg der Strompreise in 2012 von rund 0,46 Cent/kWh.
  • Dieser Preisanstieg setzt sich zusammen aus den prognostizierten Preissteigerungen für 2012 (ohne Atomausstieg) von rund 0,14 Cent/kWh und dem moratoriumsbedingten Preisanstieg für 2012 von 0,32 Cent/kWh.

Spotmarkt

  • Im Sommer 2011 war laut Gutachten im Bereich des Spotmarktes keinerlei Preiserhöhungen festzustellen. Der Spotpreis liegt weiterhin völlig unbeeindruckt im Bereich von 5-6 Cent/kWh. Erst im Mai verzeichnete der Spotpreis einen Anstieg, der jedoch nicht über 1 Cent/kWh anstieg.
  • Somit war nicht direkt eine Verbindung zum Moratorium bzw. zum Atomausstieg gegeben. Dies könnte auch nicht als Begründung für den Anstieg im Spotmarkt herangezogen werden.
  • Der Grund lag in der noch bis Mitte April 2011 bestehenden Reserve von 1.700 MW, deren Reaktivierung von der Energiewirtschaft als noch nicht notwendig erachtet wurde.
  • Wegen der relativ geringen Bedeutung des Spotmarktes bleibt der daraus zwar resultierende, preisstabilisierende Effekt von weniger als 0,1 Cent/kWh jedoch unberücksichtigt.

Weitere Effekte

Solareinspeisung

  • Durch den Zubau der Solarenergie in Höhe von mittlerweile ca. 18.000 MW ist ein Rückgang der Differenz zwischen den Baseload- und den teuren Peakload-Preisen[4] feststellbar.
  • Dieser Effekt beträgt nach einer Studie der Deutschen Bank ca. 0,8 Cent/kWh je 3.300 MW Solarstromeinspeisung je Stunde. Dies trägt erheblich zur Senkung des Preises gerade in der teuren Spitzenlast (Peakload) bei.[5]
  • Durch Solareinspeisung ergibt sich somit ein Preisvorteil von ca. 0,13 Cent/kWh.

EEG-Umlage 2011

  • Ende 2010 wurde der Strompreis von vielen Versorgungsunternehmen mit der Begründung der gestiegenen EEG-Umlage erhöht.
  • Die EEG-Umlage errechnet sich aus dem Zubau der EEG-Anlagen aus dem letzten Jahr.[6] Hier zeigt sich aber, dass die Erhöhung für das Jahr 2011 um ca. 0,3 Cent/kWh zu hoch lag.
  • Demnach wäre auch bei der EEG-Umlage eine geringere Umlage denkbar. Eine verlässlichere Prognostizierung ist allerdings erst gegen Ende des Jahres 2011 möglich.
  • Somit ist auch bei der EEG-Umlage eine Kostensenkung für die Privatkunden in Zukunft möglich.

[1] Spot-Strommarkt bezeichnet den kurzfristigen Zukauf von Strom an der Börse im Gegensatz zum längerfristigen Kauf am Terminmarkt.

[2] Hintergrund: Seit 2002 wird Strom an der Leipziger Strombörse (European Energy Exchange – EEX) gehandelt. Dabei wird zwischen dem kurzfristigen Kauf von Strom am Spotmarkt und dem längerfristigen Kauf am Terminmarkt unterschieden. Mehr Informationen zur EEX findet man unter http://de.wikipedia.org/wiki/European_Energy_Exchange.

[3] Frontmonat bzw. –quartal, -jahr bezeichnet die jeweils zeitlich nächsten Handelszeiträume an der Börse.

[4] Anmerkung: „Baseload“ bezeichnet die tägliche Grundlastlieferung von 0-24 Uhr; „Peakload“ bezeichnet die Spitzenlastlieferung in der Zeit von montags bis freitags von 8-20 Uhr.

[5] Zum Vergleich: der Haushaltskundenstrompreis wird zu ca. 25% vom Peakload-Preis bestimmt.

[6] Die aktuellen EEG-Umlage-Konten können unter folgendem Link eingesehen werden: http://www.eeg-kwk.net/de/EEG-Konten-%C3%9Cbersicht.htm

 

Wie unterscheiden sich die Abgeordneten von Bevölkerung und Abgeordneten?

(Eine Befragung unter 914 Abgeordneten aus Kommunalparlamenten, Landtagen und Bundestag zum Thema „Werte und Wertewandel“ im Vergleich zu Daten einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage. Quelle: YouGov. What the world thinks, Köln, Juni 2011)

  • Die “Wertestudie 2011: Wie unterscheiden sich die Abgeordneten von Bevölkerung und Abgeordneten“ hat zu dem Ergebnis geführt, dass beide Gruppen teilweise unterschiedliche Wertvorstellungen haben.
  • Die bevölkerungsrepräsentative Studie ist vom Kölner Institut YouGov im Juni 2011 erstellt worden. Dabei sind sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch Parlamentarier aus Kommunal-, Landesparlamenten und aus dem Bundestag befragt worden.
  • So nannten Politiker den Wert „Treue“ weitaus weniger als die befragten Bürgerinnen und Bürger. „Zuverlässigkeit“ ist bei den Parlamentariern dagegen ein wichtigerer Wert als in der Bevölkerung. Dagegen bezieht „Gerechtigkeit“ bei beiden befragten Gruppen den bedeutendsten und somit den ersten Rang. Bei den Werten „Ehrlichkeit, Familie, Respekt“ sind im Allgemeinen ähnlich hohe Präferenzen beider Gruppen zu erkennen.
  • Die Studie gibt auch eine Einschätzung darüber, welche Werte sich sowohl bei der Bevölkerung als auch bei den Parlamentariern in den letzten Jahren stark verändert haben und welche Werte in Zukunft wichtiger werden. Dabei ist zu bemerken, dass „Toleranz“ ähnlich gestiegen ist wie „Gerechtigkeit, Familie und Ehrlichkeit“. Im Gegensatz dazu haben nach Aussage der Befragten die Werte „Tradition, Höflichkeit und Respekt“ an Bedeutung verloren.
  • Dies spiegelt sich auch in der zukünftigen Erwartungshaltung wider. So wird eine Bedeutungssteigerung von „Toleranz und Gerechtigkeit“ erwartet. „Tradition“ wird dagegen aus Sicht der Befragten unwichtiger werden.
  • Die Studie zeigt auch, dass die Debatten um die Plagiats-Affären von Politikern einen großen Einfluss auf die Wertevorstellungen haben werden. So wurde unter den Parlamentariern mehrheitlich davon ausgegangen, dass die Affäre um Karl-Theodor zu Guttenberg eine Auswirkung haben wird. Allerdings sind die Abgeordneten von FDP und CDU/CSU dabei zurückhaltender.
  • Auch die Bevölkerung geht davon aus, dass die Debatten zu den Plagiats-Affären Auswirkungen auf die Bereiche „Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Vertrauen und Glaubwürdigkeit“ haben werden.

Die detaillierten Ergebnisse der Studie findet man im Internet unter http://www.change-centre.org/media/2011/08/Wertestudie_2011_Ergebnisbericht_f_Website.pdf.

 

Wegen des Atomausstiegs ist die Debatte über den notwendigen Netzausbau voll entbrannt. Dabei werden Mythen und Halbwahrheiten in die Diskussion geworfen und Fantasiekosten über den angeblich notwendigen Neubau von Stromleitung genannt. Fukushima hat die alte Energiewirtschaft ins Wanken gebracht, jetzt will man die Angst vor dem Atomausstieg und vor allem vor einem schnellen Umstieg auf die Erneuerbare Energien (EE) schüren.
Es ist hilfreich die Fakten sprechen zu lassen und die Widersprüche aufzuzeigen. Dieses Fakten Kompakt gibt neben einigen Grundinformationen einen Überblick darüber, warum und wie viele neue Stromleitungen nötig werden und welche Kosten Staat und Verbraucher zu erwarten haben.

Grundfakten über unser Stromnetz

  • derzeit verfügt Deutschland auf Höchstspannungsebene über ein Netz von 28.000 km Länge
  • die Netze in Deutschland gehören vier Netzbetreibern (Amprion, EnBW, TenneT TSO GmbH, 50Hertz Transmission), die sich zum dt. Netzregelverbund (NRV) vereinigt haben
  • in Deutschland gibt es folgende Spannungsebenen:
  • Höchstspannung (220 kV oder 380 kV): Übertragungsnetz
  • Hochspannung (50 kV bis 150 kV): Verteilnetz (Grobverteilung)
  • Mittelspannung (6 kV bis 30 kV): Verteilnetz
  • Niederspannung (230 V oder 400 V): Verteilnetz (Feinverteilung)

Atomlaufzeiten ohne großen Einfluss auf Netzausbau und Versorgungssicherheit

  • selbst wenn wir alle Atomkraftwerke innerhalb der nächsten 6 Jahre abschalten würden, müssten wir keinen Kilometer neue Stromleitungen bauen und könnten wir zudem die ausreichende Verteilung des Stroms (Zubau der in Bau befindlichen Energielieferanten eingeplant) in ganz Deutschland gewährleisten

Warum brauchen wir neue Stromleitungen?

  • neue Stromleitungen sind ganz unabhängig von einer Abschaltung von Atomkraftwerken nötig, um das Stromnetz an die neuen Energiestrukturen anzupassen
  • so muss beispielsweise Energie aus dem Norden, wo viel Windenergie erzeugt wird, in den energieintensiven Süden der Republik transportiert werden; insgesamt wird der Ausbau von nicht zentraler EE (beispielsweise große Windparks auf dem Meer) einen Zubau von Stromleitungen zur Folge haben
  • aber auch der konventionelle Zubau von Kraftwerkskapazitäten beispielsweise in Norddeutschland (wo die Importkohle anlandet) macht den Netzausbau notwendig

Exakte Länge neuer Leitungen ist umstritten

  • der genaue Investitionsbedarf für neue Stromtrassen wird von den verschiedenen Organisationen je nach Interessenlage unterschiedlich angegeben. Interessensvertreter fossiler Energieträger warnen vor riesigen Investitionsbedarfen beim Umstieg auf Erneuerbare Energien, Umweltverbände sprechen hier von einer „Abschreckungsargumentation“ und geben selbst niedrigere Werte an
  • nach einem Szenario der Deutschen Energieagentur (dena) sind bis 2020 etwa 3.600 km Hochspannungstrassen neu zu bauen; dies entspräche einem Investitionsbedarf von weniger als 1,4 Milliarden Euro jährlich bis 2020; wählt man moderne Hochtemperaturleiterseile sind nur 1700 km Neubau notwendig, aber auch höhere Kosten zu erwarten
  • das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) rechnet mit einem Netzausbau von nur 1000 km bis 2020, der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) hält lediglich 800 bis 900 km neue Trassen für nötig

Überlandleitungen oder Erdkabel?

  • zur Übertragung elektrischer Energie stehen folg. technische Möglichkeiten zur Verfügung:
  • konventionelle 380kV Freiland-Drehstromleitungen, die große Einschnitte in die Landschaft nach sich ziehen und häufig auf den Widerstand der Bevölkerung stoßen
  • Alternativen wie Erdkabel sind technisch ebenso möglich; diese sind zwar teurer, dafür aber auch langlebiger

Dezentralität Erneuerbarer Energien

  • EE kann zentral, aber auch dezentral und nah am Verbraucher erzeugt werden. Lange Überlandkabel würden daher unnötig. Nutzt man diesen Vorteil effektiv werden viele Planungen für neue Überlandtrassen überflüssig und der Netzausbaubedarf könnte minimiert werden
  • wenn wir also nicht nur auf Großprojekte setzen, sondern gerade auch die dezentralen Energieversorgung fördern, wenn neben dem Neubau von Windparks auf dem Wasser, die Windanlagen an Land erneuert (repowert) werden, dann können viele Netzkilometer eingespart werden

Kosten für die Verbraucher

  • für die Verbraucher bedeutet der notwendige Netzausbau selbst nach dena-Aussagen eine Erhöhung von lediglich 0,5 Cent je Kilowattstunde, im ungünstigsten Fall . Legt man die anderen Ausbauannahmen zu Grunde und setzt stärker auf einen dezentralen Ausbau der EE, dann wird es deutlich günstiger.

Eingesparte Externe Kosten durch Erneuerbare Energien

  • durch den Ausstieg aus der Atomenergie und den Ausbau der EE werden sogenannte externe Kosten eingespart
  • die EE erwirtschaften – trotz der Zusatzkosten durch staatliche Fördermittel und trotz der Kosten der EEG-Umlage
  • schon heute unter dem Strich ein Plus für die Volkswirtschaft
  • durch EE werden bis 2020 folgende externe Kosten vermieden:
  • weniger Umwelt- und Klimaschäden: 6,3 Mrd. Euro
  • vermiedene Energie- und Brennstoffimporte: 22,6 Mrd. Euro

Fazit:

  • ein schneller Ausstieg aus der Atomenergie erfordert keinen Netzausbau
  • der Netzausbau zur Integration EE bleibt überschaubar, wenn man auf eine dezentrale Energieversorgung setzt
  • die Kosten für die Verbraucher halten sich in Grenzen
  • externe Kosten in Milliardenhöhe werden eingespart
 

Langsam verbreitet sich die Erkenntnis, dass wir Menschen über unsere Verhältnisse leben und vor allem die westliche Lebensweise nicht zukunftsfähig ist. Die Grenzen des Wachstums, der natürlichen Ressourcen, der fruchtbaren Landflächen, der Waldrodungen und unseres Konsum werden überdeutlich. Hier einige Fakten zu unserer Lebensweise.

Ökologischer Fußabdruck

  • Der ökologische Fußabdruck (nötige Fläche zur Produktion von Waren zur Aufrechterhaltung seines Lebensstils) eines durchschn. Deutschen misst eine Fläche von 4,2 Hektar. Die Fläche der gesamten Erde reicht jedoch nur für 1,9 Hektar pro Person.
  • Hätte jeder Mensch den ökologischen Fußabdruck eines US-Amerikaners wären vier Planeten von der Größe der Erde nötig, um die verbrauchten Ressourcen auszugleichen.

Fisch und Fleisch

  • 1950 wurden jährlich 19 Millionen Tonnen Fisch verbraucht. Bis zum Jahr 2006 hat sich dieser Wert hat auf 143,6 Millionen Tonnen fast verneunfacht. Fast alle Küstenregionen sind völlig überfischt und die lokalen Fischfangindustrien haben längst aufgegeben oder kämpfen um ihr Überleben. Heute sind 1.414 Fischarten vom Aussterben bedroht.
  • 1961 aß ein Deutscher durchschnittlich 61kg Fleisch im Jahr, heute sind es fast 90kg. Der weltweite Fleischkonsum hat sich seit 1960 mehr als verfünffacht. Momentan verschlingt die Menschheit laut Weltagrarorganisation FAO über 265 Mio. Tonnen Fleisch pro Jahr.
  • Die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch geht mit einem Wasserverbrauch von 17.690 Litern einher und einem Treibhausgasausstoß wie bei einer 250km-Autofahrt.

Waldzerstörung, Landverbrauch

  • Jedes Jahr verringern sich die weltweiten Waldflächen um 13 Millionen Hektar. Das ist drei Mal die Größe der Schweiz.
  • Die meisten Waldrodungen gehen auf das Konto des gesteigerten Fleischkonsums Denn Viehhaltung braucht viel Platz. 30% der gesamten eisfreien Landfläche wird heute als Weideland für Nutztierhaltung genutzt. Besonders gravierend: Für ein Kilo Fleisch werden bis zu 16 Kilo Getreide verbraucht. Auch der Anbau dieser Getreideflächen kostet Platz – 33% des weltweiten Agrarlandes steht zur Futtermittelgewinnung zur Verfügung. Das hat dramatische Konsequenzen für die Wälder. Je größer das weltweite Verlangen nach Fleisch – desto größer auch die Rodung wertvoller Primärwälder.
  • Von 1990 bis 2005 entstanden hauptsächlich durch Waldrodungen 4,9 Millionen Hektar Palmölplantagen allein in Indonesien. Ca. 30 % der Palmölkonzessionen in Indonesien und Malaysia befinden sich auf Torfmoorböden; hier verursacht die Produktion einer Tonne Palmöl einen Ausstoß zwischen 10 und 30 Tonnen CO2. Palmöl das mengenmäßig am meisten produzierte Pflanzenöl und wird vor allem in Nahrungsmitteln und Kosmetik- und Reinigungsprodukten verarbeitet, aber auch zur Energiegewinnung genutzt.

Flächenversiegelung

  • Flächenversiegelung bezeichnet das Bedecken des natürlichen Bodens durch Bauwerke des Menschen.
  • In Deutschland werden täglich Freiflächen im Umfang von 100 bis 130 Hektar bebaut, das entspricht etwa 15 Quadratmetern pro Sekunde.
  • In den zurückliegenden 50 Jahren wurde weltweit mehr Siedlungsfläche verbraucht, als in den 4000 Jahren Siedlungsgeschichte davor. In jenem Zeitraum stieg der Flächenverbrauch in Deutschland weitaus stärker als die Bevölkerung oder die Zahl der Beschäftigten.
  • Der Flächenverbrauch zerstört Boden, der Lebensraum und Lebensgrundlage für Pflanze, Tier und Mensch ist. Boden ist neben den Umweltmedien Wasser und Luft ein unersetzliches Naturgut und wirkt als Wasserregulator, -filter und -speicher sowie als Grundwasserneubildner. Er hat Einfluss auf die Art der Vegetation, somit Farbe und Struktur der Landschaft und auch das Siedlungsklima. Er benötigt Jahrhunderte und Jahrtausende für sein Entstehen. Die Funktionsfähigkeit dieser endlichen Ressource wird durch Flächenversiegelung vielerorts innerhalb weniger Jahrzehnte drastisch reduziert oder auf immer zerstört. Die Zunahme der Siedlungsflächen gilt zudem als eine der Hauptursachen des Artensterbens.
 

Wir leben in einer beschleunigten Gesellschaft. Innerhalb weniger Jahre verändern sich Entwicklungen, für die früher Jahrzehnte auf sich warten lassen. Einige Entwicklungen werden ersehnt, andere erweisen sich als Fluch und zunehmendes Problem. Hier einige Daten und Fakten zu den Deutschen im ersten Jahrzehnt des dritten Jahrtausends.

Täglicher Medienkonsum in Minuten
TV-Konsum 1999: 198 TV-Konsum 2009: 228
Radio-Konsum 1999: 209 Radio-Konsum 2009: 182
Internet-Konsum 1999: 8 Internet-Konsum 2009: 70

Entliehene Medien aus öffentlichen Bibliotheken

1999: 317 Mio. 2009: 370 Mio.

Gesamtauflage Tageszeitungen
1999: 24,0 Mio. 2009: 19,9 Mio.

Alleinerziehende Eltern
1999: 1,39 Mio. 2009: 1,56 Mio.

Bundeswehrsoldaten in Auslandseinsätzen
1999: ca. 5.000 2009: 7.214

Handyverträge
1999: 23,5 Mio. 2009: 108 Mio.

Preis für einen Liter Normalbenzin (Durchschnitt)
1999: 84,1 Cent 2009: 127,5 Cent

Flugpassagiere auf deutschen Flughäfen
1999: 112 Mio. 2009: 158 Mio.

Kunden im Eisenbahn-Fernverkehr
1999: 146 Mio. 2009: 123 Mio.

Anteil der Menschen mit Fettleibigkeit
1999: 11,5% 2009: 14,7%

Anteil der reichsten 30 Prozent am Gesamtvermögen
1999: 81% 2009: 91%

Anteil erneuerbarer Energien am Energieverbrauch
1999: 3,4% 2009: 10,1%

Fleischkonsum je Kopf (Durchschnitt)
1999: 63,5kg 2009: 60,5kg

Verbraucherpreisindex für Deutschland (2005=100)
1999: 91,4 2009: 107,0

Atypische Beschäftigung (Teilzeitbeschäftigungen mit 20 oder weniger Arbeitsstunden pro Woche, geringfügige Beschäftigungen, befristete Beschäftigungen sowie Zeitarbeitsverhältnisse)
1999: 5,8 Mio (19,7%) 2009: 7,6 Mio (24,8%)

 

Wie viel davon gibt es – und wie viel mehr gibt es durch die von Union und FDP beschlossene Laufzeitverlängerung?

Atommüll wird in schwach- und mittelradioaktive und in hochradioaktive Abfälle unterschieden. Erstere sind radioaktive Abfälle aus der Stilllegung und dem Abbau kerntechnischer Einrichtungen, aber auch aus Forschungs- oder medizinischen Einrichtungen. Zu hochradioaktiven Abfällen gehören vor allem bestrahlte Brennelemente und Abfälle aus der Wiederaufarbeitung. Bisher fielen 204.000 m3 schwach- und mittelradioaktiver und 24.300 m3 (ca. 14.500 Tonnen Schwermetall) hochradioaktiver Atommüll an.

Nach Planung des Atomausstiegs von 2002 wären insgesamt noch 29.000 m3 (ca. 17.200 Tonnen) hochradioaktiver Müll aus dem AKW-Betrieb anfallen. Mit der Laufzeitverlängerung werden bis mindestens 2040 weitere 4.500 Tonnen hochstrahlender Müll produziert werden.

Wo wird der Müll gelagert?

Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle ist der Schacht Konrad. Außerdem befinden sich große Mengen schwach- und mittelradioaktiver Abfälle in der Asse II und im ehemaligen DDR-Endlager Morsleben, wobei derzeit eine Schließung dieser beiden Atommülllager in Vorbereitung ist.

Schacht Konrad ist das erste – und bis heute – einzige nach umfangreichen Sicherheitsanalysen und gesetzlich vorgeschriebener Öffentlichkeitsbeteiligung genehmigte Endlager. Bis 1976 wurde im Schacht Eisenerz gefördert. Voraussichtlich kann ab 2019 mit der Einlagerung von Atommüll in extra dafür angelegten Stollen begonnen werden.

In die Schachtanlage Asse II, ein etwa 100 Jahre altes Salzbergwerk, wurden zwischen 1967 und 1978 insgesamt 46.930 m3 schwach- und mittelradioaktivem Müll zu Versuchszwecken endgelagert. Asse II steht vor zwei großen Problemen: Wasser dringt in das Bergwerk ein und die Standfestigkeit ist nicht garantiert. Für die Stilllegung wird derzeit geprüft, ob eine Rückholung des Atommülls möglich ist.

Im ehemaligen DDR-Endlager Morsleben wurde zwischen 1979 und 1998 Atommüll eingelagert. Weil es auch in diesem Salzbergwerk Standsicherheitsprobleme gibt – allerdings in geringerem Umfang als in Asse II – soll das Endlager geschlossen werden. Zur Stabilisierung sollen die meisten Bereiche mit Salzbeton verfüllt und Abdichtbauwerke errichtet werden.

Endlager für hochradioaktiven Atommüll aus dem Betrieb der Atomkraftwerke gibt es nicht – weder in Deutschland noch weltweit. Zwischenlager für hochradioaktiven Atommüll existieren in Gorleben und Ahaus, außerdem werden viele gefüllte Castoren vorerst bei den Kraftwerken selbst gelagert.

Der Salzstock Gorleben wurde von 1979 bis 2000 auf seine Eignung als Endlager untersucht. Bis 2010 galt dann ein Moratorium: Die Erkundung wurde unterbrochen, um konzeptionelle und sicherheitstechnische Fragen zur Endlagerung zu klären. Da keine Genehmigung zur Einlagerung radioaktiver Abfälle vorliegt, ist in dem Schacht noch kein Atommüll eingelagert. In einem oberirdischen Zwischenlager wenig nördlich des Salzstocks stehen derzeit 91 Castorbehälter.

Im ebenfalls oberirdischen Zwischenlager Ahaus werden insgesamt 305 kleinere und 24 normale Castorbehälter bis zur Endlagerung zwischengelagert.

Wie lange strahlt Atommüll?

Radioaktive Abfälle aus Atomkraftwerken enthalten verschiedene Nuklide. Der gefährlichste Stoff in hochradioaktivem Abfall aus dem Betrieb von Atomreaktoren ist Plutonium-239. Seine Halbwertszeit beträgt 24.000 Jahre; d.h. nach Verstreichen dieser Zeit ist die Strahlung des Plutoniums auf die Hälfte des Ursprungswerts zurückgegangen. Ein frisches Brennelement setzt seine Umwelt einer Strahlendosis von über 1000 Sievert pro Stunde aus. Selbst nach hundert Jahren führt eine einstündige, direkte Aussetzung gegenüber einem Brennelement mit hoher Wahrscheinlichkeit innerhalb eines Monats zum Tod. Die Strahlung sinkt erst nach drei Milliarden Jahren auf das natürliche Niveau zurück.

 

Was ist das eigentlich?

Biokraftstoffe der etablierten ersten Generation werden aus zucker- und stärkehaltigen Pflanzen (Bioethanol) oder aus Raps- und Palmöl (Biodiesel) hergestellt. Im Gegensatz dazu werden für die Herstellung des Kraftstoffs der „zweiten Generation“ Rohstoffe verwendet, die nicht zur Herstellung von Nahrungsmitteln genutzt werden können. BtL-Kraftstoff (für „Biomass to Liquid“ oder Biomasseverflüssigung) wird aus Grünabfällen, Stroh oder Holz produziert. Da hierbei grundsätzlich die gesamte Pflanze verwendet werden kann, ist die Feldausbeute (Kraftstoff pro Hektar) mindestens zweimal höher als bei Kraftstoffen der ersten Generation.

Verbesserungen gegenüber der ersten Generation

Biokraftstoffe der zweiten Generation sind wesentlich umweltschonender und nachhaltiger als die der ersten. Riesige neue Anbauflächen für Monokulturen von Mais und Raps, die extra für die Produktion von Biodiesel und –ethanol angelegt wurden, zerstörten die Umwelt und schaden der Bodenqualität. Außerdem steigen weltweit die Lebensmittelpreise, da immer mehr Grundnahrungsmittel wie Weizen, Raps, Mais, Zuckerrohr und Soja in die Produktion von Biosprit fließen. Für die Herstellung von BtL-Kraftstoffen ist dies nicht mehr nötig, da hier lediglich Holzreste, Stroh und Bioabfälle der jeweiligen Nutzpflanzen verwendet werden, die in großer Menge als Reststoffe anfallen und oft nicht genutzt werden können.

Herstellungsprozess und kommerzielle Nutzung

Die feste Biomasse (Stiele, Äste, Stämme, Blätter, Stroh) wird vergast und mit der Fischer-Tropsch-Synthese zu Biosprit umgewandelt. Der BtL-Kraftstoff ist ein synthetischer Kraftstoff, der in herkömmlichen Dieselmotoren meist ohne Umrüstung eingesetzt werden kann. Bislang gibt es nur einige Pilotanlagen, die den neuen Kraftstoff herstellen. Die erste kommerzielle Anlage soll frühestens Mitte diesen Jahres in Freiberg, Sachsen, in Betrieb gehen. Ob sich Biokraftstoffe der zweiten Generation auf dem Markt durchsetzten können, wird besonders vom Erfolg der ersten Generation abhängen.

Exkurs: E10-Kraftstoffe

Seit Anfang diesen Jahres kann an deutschen Tankstellen E10-Kraftstoff getankt werden. Die neue Kraftstoffsorte besteht aus Benzin, zu dem statt bislang 5 Prozent bis zu 10 Prozent Bioethanol beigemischt ist. Etwa 93 Prozent aller Autos haben keine Probleme mit dem erhöhten Ethanol-Gehalt. Trotzdem ist die Nachfrage an deutschen Tankstellen bisher sehr gering.

 

Mehr als 500 Energieversorgungsunternehmen haben für das Jahr 2011 eine Erhöhung ihrer Strompreise angekündigt. Begründet wird das durchweg mit der Erhöhung der Umlage für die Erneuerbaren Energien (Hintergründe zur EEG-Umlage am Ende des Papiers). Jede Kilowattstunde Strom, die aus Erneuerbaren Energien produziert wird, erhält eine gesetzlich festgelegte Vergütung. Diese zusätzlichen Kosten werden nun in der Regel von den Energieversorgungsunternehmen an die Kunden weitergegeben. Doch viele Versorgungsunternehmen erhöhen ihre Preise weit über dem Zuwachs der EEG-Umlage.

Strompreiserhöhungen in Deutschland:

Verschiedene Studien haben belegt, dass die Erhöhungen der Strompreise nicht mit erhöhten Beschaffungskosten der Stromanbieter und nur teilweise mit der Erhöhung der EEG-Umlage zu begründen sind.

Ist die EEG-Umlage an den Strompreiserhöhungen Schuld?:

Rechenbeispiel:
2010 ist die EEG-Umlage auf 2,05 Cent/kWh festgesetzt worden. Nach Angaben des Energiekonzern RWE war dies eine Steigerung um 55%. Dies entsprach somit einer Erhöhung von 0,73 Cent/kWh absolut. Gleichzeitig erhöhte RWE die Strompreise um das doppelte, nämlich um 1,5 Cent/kWh.

Die EEG-Umlage rechtfertigt demnach eine Kostensteigerung – aber nicht wie im getätigten Maße.

Entwicklung der Strombeschaffungskosten:

Der Strom wird in der Regel an der Leipziger Strombörse (EEX) gehandelt. Sie gilt sowohl in Deutschland als auch in ganz Mitteleuropa als wichtigster Referenzmarkt.
Die Preise für Strom sind an der EEX seit der Wirtschaftskrise im Herbst 2008 enorm gesunken. Das Gutachten „Gerechtfertigte Strompreiserhöhungen?“ hat ergeben, dass diese stark gesunkenen Strompreise nicht an die Kunden weitergegeben wurden.
Im Gegenteil: die Preise für Strom sind in Deutschland in den letzten Jahren mehr als viermal so stark gestiegen wie im europäischen Vergleich. Gleichzeitig sind die Preise an der Strombörse (EEX) um 30-40% gesunken.

Strompreise steigen auch durch mangelnden Wettbewerb:

Günstige Beschaffungskosten werden also nicht weitergegeben, zusätzliche Belastungen wie die EEG-Umlage aber für Preiserhöhungen genutzt. Somit zeigt sich, dass Stromanbieter wie RWE, E.ON, Vattenfall oder EnBW sich die zusätzlichen Gewinne einstecken. Die Erhöhung der EEG-Umlage erklärt also nicht die ansteigenden Strompreise.
Das diese dennoch steigen, wird auf den ungenügenden Wettbewerb auf dem Strommarkt zurückgeführt. Zusätzliche Stromproduktionskapazitäten, wie durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien, und die Etablierung neuer Anbieter auf dem Markt sorgen hingegen für mehr Wettbewerb und drücken somit auf Dauer die Preise.

Fazit zu den Strompreiserhöhungen:

- Die meisten Strompreiserhöhungen für Haushaltskunden in den letzten Monaten sind nicht nachvollziehbar.

- Die angegebenen Gründe – höhere Beschaffungskosten von Strom und gestiegene EEG-Umlage – rechtfertigen die Strompreiserhöhungen nicht, denn die Preise für Strom an der Börse sind in den letzten Jahren enorm gesunken.

- Die Preise für eine Kilowattstunde müssten eigentlich sinken, weil die Senkung der Strombeschaffungskosten die Erhöhung der EEG-Umlage mehr als wettmacht – stattdessen erwirtschaften viele Energieversorgungsunternehmen zusätzliche Gewinne.

- Im letzten Jahr haben die Stromkunden durch nicht nachvollziehbare Preiserhöhungen rund 1 Milliarde Euro zu viel an die Energieversorger gezahlt.

- In den vergangenen Jahren sind die Strompreise in Deutschland viermal so stark angestiegen wie in anderen europäischen Ländern. Dies ist durch die Oligopolstellung der großen vier Energieversorger und durch den Mangel an Wettbewerb auf dem deutschen Energiemarkt zu erklären. Gemeinsam haben Eon, RWE, EnBW und Vattenfall einen Anteil von rund 80% am Strommarkt. Dadurch wird ein Wettbewerb der sich preisdämpfend auswirken würde verhindert.

- Die Bundesnetzagentur verweist in ihrem Monitoring-Bericht zu den Entwicklungen des Strom- und Gasmarktes darauf hin, „dass es im Bereich der Haushaltskunden, also bei gut einem Viertel des deutschen Elektrizitätsmarktes, noch keinen ausrechend ausgeprägten Wettbewerb gibt“ , „erst das Auftreten von neuen Anbietern hat zur Belebung des Wettbewerbs beigetragen“

Hintergrund EEG-Umlage:

Strom aus Erneuerbaren Energien wird nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) vorrangig in das Stromnetz eingepreist und zu festen Sätzen vergütet. Die EEG-Umlage bezeichnet die Differenz zwischen der Summe aller für erneuerbaren Strom gezahlten Vergütungen und den Kosten, die entstanden wären, wenn diese erneuerbare Strommenge zu den durchschnittlichen Strombörsenpreisen hätte beschafft werden müssen.

2011 ist die EEG-Umlage auf 3,53 Cent/kWh angestiegen (EEG-Umlage 2010: 2,047 cent/kWh). Dies ist hauptsächlich auf den enormen Zuwachs von Photovoltaik-Anlagen zurückzuführen, aber auch durch den Bau von Off-Shore-Windparks.

2009 sind mit dem EEG Zusatzkosten von rund 4,6 Milliarden Euro angefallen – für jeden Bürger und jede Bürgerin ca. 15 Cent am Tag. Der Höhepunkt wird voraussichtlich im Jahr 2016 erreicht werden. Danach wird die Umlage wieder sinken.

Es gilt auch festzuhalten, dass bislang noch keine Energieform ohne finanzielle Hilfen durch Umlagen oder Subventionen ausgekommen ist. So wird die Atomkraft noch heute mit hohen Beiträgen vom Steuerzahler subventioniert. Verschiedene Studien gehen von Subventionen der Steuerzahler seit der friedlichen Nutzung der Atomenergie in den 50er Jahren in Deutschland von 45-200 Milliarden Euro aus. Heute setzen sich die Kosten vor allem aus Geldern für die Entsorgung und Endlagerung des Atommülls zusammen.

Wozu dient die EEG-Umlage?

Die EEG-Umlage dient als Instrument zur Markteinführung von Erneuerbaren Energien. Durch sie werden Erneuerbare Energien schneller wettbewerbsfähig.

Durch die EEG-Umlage …

… wird der Ausbau der Erneuerbaren Energien gefördert.

… werden die Erneuerbaren Energien auf Dauer immer günstiger, weil sie nicht von teuren Rohstoffen abhängig sind und eine verbesserte Technik und Effizienz, die Kosten immer weiter senkt.

… wird der Stromhandelspreis an der Leipziger Börse (EEX) gesenkt, indem teure konventionelle Kraftwerke vom Markt verdrängt werden.

… werden Rohstoffimporte eingespart und Umweltschäden in Milliardenhöhe vermieden. Diese sogenannten externen Kosten, die zwar nicht auf der Stromrechnung auftauchen, aber von allen Bürgern gezahlt werden müssen, beliefen sich im Jahr 2009 auf rund 8 Milliarden Euro. Erneuerbare Energien sind im Gegensatz zu fossilen Energieträgern (Kohle, Gas, Öl, Uran) nahezu unendlich und produzieren Energie mit steigender Effizienz immer kostengünstiger.

… werden in den kommenden Jahren zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen. Bereits heute arbeiten 400.000 Menschen im Bereich der Erneuerbaren Energien. Dies hat vor allem bei Kleinbetrieben und dem Mittelstand einen riesigen Boom ausgelöst. Mit der Umlage wird somit ein Markt gefördert, in dem bereits heute die deutsche Technik ein Exportschlager ist.

… wird der Strommarkt für die Kunden deutlich transparenter und nachvollziehbarer als bei den undurchsichtigen und teuren Subventionierungen der Atomkraft und des Steinkohlebergbaus.

Dieses Infopapier ist auch auf meiner Homepage als PDF-Datei zu erhalten.
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