Fakten Kompakt

Kompakte Informationen zu wichtigen Themen

Mar 042011
 

Was ist das eigentlich?

Biokraftstoffe der etablierten ersten Generation werden aus zucker- und stärkehaltigen Pflanzen (Bioethanol) oder aus Raps- und Palmöl (Biodiesel) hergestellt. Im Gegensatz dazu werden für die Herstellung des Kraftstoffs der „zweiten Generation“ Rohstoffe verwendet, die nicht zur Herstellung von Nahrungsmitteln genutzt werden können. BtL-Kraftstoff (für „Biomass to Liquid“ oder Biomasseverflüssigung) wird aus Grünabfällen, Stroh oder Holz produziert. Da hierbei grundsätzlich die gesamte Pflanze verwendet werden kann, ist die Feldausbeute (Kraftstoff pro Hektar) mindestens zweimal höher als bei Kraftstoffen der ersten Generation.

Verbesserungen gegenüber der ersten Generation

Biokraftstoffe der zweiten Generation sind wesentlich umweltschonender und nachhaltiger als die der ersten. Riesige neue Anbauflächen für Monokulturen von Mais und Raps, die extra für die Produktion von Biodiesel und –ethanol angelegt wurden, zerstörten die Umwelt und schaden der Bodenqualität. Außerdem steigen weltweit die Lebensmittelpreise, da immer mehr Grundnahrungsmittel wie Weizen, Raps, Mais, Zuckerrohr und Soja in die Produktion von Biosprit fließen. Für die Herstellung von BtL-Kraftstoffen ist dies nicht mehr nötig, da hier lediglich Holzreste, Stroh und Bioabfälle der jeweiligen Nutzpflanzen verwendet werden, die in großer Menge als Reststoffe anfallen und oft nicht genutzt werden können.

Herstellungsprozess und kommerzielle Nutzung

Die feste Biomasse (Stiele, Äste, Stämme, Blätter, Stroh) wird vergast und mit der Fischer-Tropsch-Synthese zu Biosprit umgewandelt. Der BtL-Kraftstoff ist ein synthetischer Kraftstoff, der in herkömmlichen Dieselmotoren meist ohne Umrüstung eingesetzt werden kann. Bislang gibt es nur einige Pilotanlagen, die den neuen Kraftstoff herstellen. Die erste kommerzielle Anlage soll frühestens Mitte diesen Jahres in Freiberg, Sachsen, in Betrieb gehen. Ob sich Biokraftstoffe der zweiten Generation auf dem Markt durchsetzten können, wird besonders vom Erfolg der ersten Generation abhängen.

Exkurs: E10-Kraftstoffe

Seit Anfang diesen Jahres kann an deutschen Tankstellen E10-Kraftstoff getankt werden. Die neue Kraftstoffsorte besteht aus Benzin, zu dem statt bislang 5 Prozent bis zu 10 Prozent Bioethanol beigemischt ist. Etwa 93 Prozent aller Autos haben keine Probleme mit dem erhöhten Ethanol-Gehalt. Trotzdem ist die Nachfrage an deutschen Tankstellen bisher sehr gering.

Jan 312011
 

Mehr als 500 Energieversorgungsunternehmen haben für das Jahr 2011 eine Erhöhung ihrer Strompreise angekündigt. Begründet wird das durchweg mit der Erhöhung der Umlage für die Erneuerbaren Energien (Hintergründe zur EEG-Umlage am Ende des Papiers). Jede Kilowattstunde Strom, die aus Erneuerbaren Energien produziert wird, erhält eine gesetzlich festgelegte Vergütung. Diese zusätzlichen Kosten werden nun in der Regel von den Energieversorgungsunternehmen an die Kunden weitergegeben. Doch viele Versorgungsunternehmen erhöhen ihre Preise weit über dem Zuwachs der EEG-Umlage.

Strompreiserhöhungen in Deutschland:

Verschiedene Studien haben belegt, dass die Erhöhungen der Strompreise nicht mit erhöhten Beschaffungskosten der Stromanbieter und nur teilweise mit der Erhöhung der EEG-Umlage zu begründen sind.

Ist die EEG-Umlage an den Strompreiserhöhungen Schuld?:

Rechenbeispiel:
2010 ist die EEG-Umlage auf 2,05 Cent/kWh festgesetzt worden. Nach Angaben des Energiekonzern RWE war dies eine Steigerung um 55%. Dies entsprach somit einer Erhöhung von 0,73 Cent/kWh absolut. Gleichzeitig erhöhte RWE die Strompreise um das doppelte, nämlich um 1,5 Cent/kWh.

Die EEG-Umlage rechtfertigt demnach eine Kostensteigerung – aber nicht wie im getätigten Maße.

Entwicklung der Strombeschaffungskosten:

Der Strom wird in der Regel an der Leipziger Strombörse (EEX) gehandelt. Sie gilt sowohl in Deutschland als auch in ganz Mitteleuropa als wichtigster Referenzmarkt.
Die Preise für Strom sind an der EEX seit der Wirtschaftskrise im Herbst 2008 enorm gesunken. Das Gutachten „Gerechtfertigte Strompreiserhöhungen?“ hat ergeben, dass diese stark gesunkenen Strompreise nicht an die Kunden weitergegeben wurden.
Im Gegenteil: die Preise für Strom sind in Deutschland in den letzten Jahren mehr als viermal so stark gestiegen wie im europäischen Vergleich. Gleichzeitig sind die Preise an der Strombörse (EEX) um 30-40% gesunken.

Strompreise steigen auch durch mangelnden Wettbewerb:

Günstige Beschaffungskosten werden also nicht weitergegeben, zusätzliche Belastungen wie die EEG-Umlage aber für Preiserhöhungen genutzt. Somit zeigt sich, dass Stromanbieter wie RWE, E.ON, Vattenfall oder EnBW sich die zusätzlichen Gewinne einstecken. Die Erhöhung der EEG-Umlage erklärt also nicht die ansteigenden Strompreise.
Das diese dennoch steigen, wird auf den ungenügenden Wettbewerb auf dem Strommarkt zurückgeführt. Zusätzliche Stromproduktionskapazitäten, wie durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien, und die Etablierung neuer Anbieter auf dem Markt sorgen hingegen für mehr Wettbewerb und drücken somit auf Dauer die Preise.

Fazit zu den Strompreiserhöhungen:

- Die meisten Strompreiserhöhungen für Haushaltskunden in den letzten Monaten sind nicht nachvollziehbar.

- Die angegebenen Gründe – höhere Beschaffungskosten von Strom und gestiegene EEG-Umlage – rechtfertigen die Strompreiserhöhungen nicht, denn die Preise für Strom an der Börse sind in den letzten Jahren enorm gesunken.

- Die Preise für eine Kilowattstunde müssten eigentlich sinken, weil die Senkung der Strombeschaffungskosten die Erhöhung der EEG-Umlage mehr als wettmacht – stattdessen erwirtschaften viele Energieversorgungsunternehmen zusätzliche Gewinne.

- Im letzten Jahr haben die Stromkunden durch nicht nachvollziehbare Preiserhöhungen rund 1 Milliarde Euro zu viel an die Energieversorger gezahlt.

- In den vergangenen Jahren sind die Strompreise in Deutschland viermal so stark angestiegen wie in anderen europäischen Ländern. Dies ist durch die Oligopolstellung der großen vier Energieversorger und durch den Mangel an Wettbewerb auf dem deutschen Energiemarkt zu erklären. Gemeinsam haben Eon, RWE, EnBW und Vattenfall einen Anteil von rund 80% am Strommarkt. Dadurch wird ein Wettbewerb der sich preisdämpfend auswirken würde verhindert.

- Die Bundesnetzagentur verweist in ihrem Monitoring-Bericht zu den Entwicklungen des Strom- und Gasmarktes darauf hin, „dass es im Bereich der Haushaltskunden, also bei gut einem Viertel des deutschen Elektrizitätsmarktes, noch keinen ausrechend ausgeprägten Wettbewerb gibt“ , „erst das Auftreten von neuen Anbietern hat zur Belebung des Wettbewerbs beigetragen“

Hintergrund EEG-Umlage:

Strom aus Erneuerbaren Energien wird nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) vorrangig in das Stromnetz eingepreist und zu festen Sätzen vergütet. Die EEG-Umlage bezeichnet die Differenz zwischen der Summe aller für erneuerbaren Strom gezahlten Vergütungen und den Kosten, die entstanden wären, wenn diese erneuerbare Strommenge zu den durchschnittlichen Strombörsenpreisen hätte beschafft werden müssen.

2011 ist die EEG-Umlage auf 3,53 Cent/kWh angestiegen (EEG-Umlage 2010: 2,047 cent/kWh). Dies ist hauptsächlich auf den enormen Zuwachs von Photovoltaik-Anlagen zurückzuführen, aber auch durch den Bau von Off-Shore-Windparks.

2009 sind mit dem EEG Zusatzkosten von rund 4,6 Milliarden Euro angefallen – für jeden Bürger und jede Bürgerin ca. 15 Cent am Tag. Der Höhepunkt wird voraussichtlich im Jahr 2016 erreicht werden. Danach wird die Umlage wieder sinken.

Es gilt auch festzuhalten, dass bislang noch keine Energieform ohne finanzielle Hilfen durch Umlagen oder Subventionen ausgekommen ist. So wird die Atomkraft noch heute mit hohen Beiträgen vom Steuerzahler subventioniert. Verschiedene Studien gehen von Subventionen der Steuerzahler seit der friedlichen Nutzung der Atomenergie in den 50er Jahren in Deutschland von 45-200 Milliarden Euro aus. Heute setzen sich die Kosten vor allem aus Geldern für die Entsorgung und Endlagerung des Atommülls zusammen.

Wozu dient die EEG-Umlage?

Die EEG-Umlage dient als Instrument zur Markteinführung von Erneuerbaren Energien. Durch sie werden Erneuerbare Energien schneller wettbewerbsfähig.

Durch die EEG-Umlage …

… wird der Ausbau der Erneuerbaren Energien gefördert.

… werden die Erneuerbaren Energien auf Dauer immer günstiger, weil sie nicht von teuren Rohstoffen abhängig sind und eine verbesserte Technik und Effizienz, die Kosten immer weiter senkt.

… wird der Stromhandelspreis an der Leipziger Börse (EEX) gesenkt, indem teure konventionelle Kraftwerke vom Markt verdrängt werden.

… werden Rohstoffimporte eingespart und Umweltschäden in Milliardenhöhe vermieden. Diese sogenannten externen Kosten, die zwar nicht auf der Stromrechnung auftauchen, aber von allen Bürgern gezahlt werden müssen, beliefen sich im Jahr 2009 auf rund 8 Milliarden Euro. Erneuerbare Energien sind im Gegensatz zu fossilen Energieträgern (Kohle, Gas, Öl, Uran) nahezu unendlich und produzieren Energie mit steigender Effizienz immer kostengünstiger.

… werden in den kommenden Jahren zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen. Bereits heute arbeiten 400.000 Menschen im Bereich der Erneuerbaren Energien. Dies hat vor allem bei Kleinbetrieben und dem Mittelstand einen riesigen Boom ausgelöst. Mit der Umlage wird somit ein Markt gefördert, in dem bereits heute die deutsche Technik ein Exportschlager ist.

… wird der Strommarkt für die Kunden deutlich transparenter und nachvollziehbarer als bei den undurchsichtigen und teuren Subventionierungen der Atomkraft und des Steinkohlebergbaus.

Dieses Infopapier ist auch auf meiner Homepage als PDF-Datei zu erhalten.
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Jan 052011
 

Untersuchung des Rheinisch Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) (April 2010):

• Seitdem Rauchverbote eingeführt wurden, gab es in der Gastronomie im Durchschnitt bis zu 2% weniger Umsatz

• Branchenvertreter hatten bis zu 30% Umsatzeinbußen prognostiziert

• RWI hatte von Januar 2006 bis September 2008 10.000 Gaststätten befragt

• USA Studie: Rauchverbot senkt in Gemeinden das Herzinfarktrisiko um 17%

• Seit Einführung des Altersnachweis wurden deutlich weniger Zigaretten an Automaten verkauft

Untersuchung des das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW):

• Seit 2006 ist die Zahl der jungen erwachsenden Raucher von rund 40 Prozent, um drei Prozentpunkte gesunken

Dec 092010
 

Nach Angaben der Weltwetterorganisation WMO stellen die Jahre 2001 bis 2010 einen neuen Hitzerekord auf. Laut WMO sind sie das wärmste je gemessene Jahrzehnt. 2010 werde aller Wahrscheinlichkeit nach eines der drei heißesten Jahre seit Beginn der Messungen im Jahr 1850. Die Durchschnittstemperatur lag bis jetzt um 0,46 Grad Celsius über dem Durchschnitt der Jahre 1961-1990.

Auf dem Klimagipfel in Cancun berichtete die WMO, dass 2010 bislang wärmer war als die bisherigen Spitzenreiter 1998 und 2005. Afrika sowie Teile Asiens, der Arktis und Kanadas hätten sich außerordentlich stark erwärmt. Nur in wenigen Regionen war es im Durchschnitt relativ kühl. In Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Norwegen werde 2010 wahrscheinlich das kälteste Jahr seit 1996. Ursache dafür ist laut WMO vor allem der letzte Winter mit seinen tiefen Temperaturen.

Zur Erderwärmung hinzu kommt eine große Zahl von Unwetterkatastrophen: In Pakistan führten Monsun-Regenfälle zur schlimmsten Flutkatastrophe in der Geschichte des Landes. Mehr als 1500 Menschen starben, 20 Millionen Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Auch Indien und Teile von China wurden im letzten Jahr durch ungewöhnlich starke Regenfälle gebeutelt.

In Russland hat im Sommer eine so noch nie dagewesene Hitzewelle zu verheerenden Waldbränden und Ernteausfällen geführt. Durch die Hitze starben allein in Moskau, wo es im Juli an die 8 Grad heißer als gewöhnlich war, tausende Menschen.

Extreme Dürren gab es im letzten Jahr vor allem in der Amazonasregion und im Südwesten Chinas. In der Arktis wurde im Sommer 2010 die drittkleinste je gemessenes Eisfläche registriert.